Sawahiri übernimmt nach Bin Ladens Tod Al-Kaida-Spitze!

Nach dem Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden soll sein langjähriger Vertrauter Aiman al-Sawahiri das Extremistennetz anführen.

Nach Beratungen übernehme Sawahiri das Kommando über die Gruppe, gab die islamistische Webseite Ansar al-Mudschahedin („Unterstützer der Heiligen Krieger“) am Donnerstag bekannt. Der in Ägypten geborene Chirurg galt bei Sicherheitsexperten schon lange als Kronprinz Bin Ladens, der Anfang Mai in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad von US-Elitesoldaten erschossen wurde. Er soll Drahtzieher vieler Al-Kaida-Aktionen gewesen sein. Vor wenigen Tagen kündigte Sawahiri an, den Kampf gegen die USA und ihre Verbündeten fortzusetzen. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt. Er wurde lange Zeit im Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan vermutet.

Aus US-Regierungskreisen verlautete am Donnerstag, Sawahiri werde sich vor allem um sein eigenes Überleben kümmern müssen. Er habe noch nicht einmal annährend die Legitimation Bin Ladens. Die USA haben 25 Millionen Dollar Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt.

MEDIZINER UND GOTTESKRIEGER

Mit Bin Laden traf Sawahiri Mitte der 80er Jahre in Pakistan zusammen, wo sie gemeinsam den Kampf gegen die sowjetischen Soldaten in Afghanistan unterstützten. Er stammt aus einer wohlhabenden Kairoer Familie und ist vermutlich Ende 50. In seiner Videobotschaft am 8. Juni würdigte er Bin Laden als Märtyrer und sagte: „Wir müssen seinen Weg des Heiligen Krieges weitergehen, die Invasoren aus dem Land der Muslime vertreiben und es von Ungerechtigkeit reinigen.“

Die Einschätzungen Sawahiris sind unterschiedlich. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Robert Ayers sagte, Sawahiri fehle das Charisma, er sei nur ein fahler Schatten Bin Ladens. „Er ist ein grauer Bürokrat, kein Führer, der die Truppen motivieren und zusammenführen kann.“ Sajjan Gohel von der Asia-Pacific Foundation sagte, Sawahiri führe Al-Kaida praktisch schon seit Jahren. Ihm fehle aber die Fähigkeit, die unterschiedlichen arabischen Gruppen in der Organisation zu einen.

Der Londoner Journalist Abdel-Bari Atwan, der Bin Laden 1996 interviewte, beschreibt Sawahiri als den „organisatorischen Kopf“ hinter Al-Kaida. Er habe die Gruppe, die sich früher dem Kampf gegen US-Ziele in Saudi-Arabien verschrieben habe, in eine globale Organisation umgewandelt. Er sei der von Bin Laden selbst auserwählte Nachfolger.

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