Syrien lässt politische Gefangene wieder frei!

Nach dem Erlass einer Generalamnestie sind in Syrien mehrere Hundert politische Gefangene freigelassen worden.

Die ersten seien in der Nacht zu Mittwoch freigekommen, sagte der Direktor der Gruppe Syrian Observatory for Human Rights, Rami Abdelrahman, am Donnerstag. „Wir erwarten die Freilassung all jener, die eingesperrt sind.“ Menschenrechtler gehen davon aus, dass seit Beginn der Proteste gegen die elfjährige Herrschaft von Präsident Baschir al-Assad mehr als 10.000 Menschen festgenommen wurden. Die Entlassung von politischen Gefangenen ist eine Hauptforderung der Assad-Gegner.

Trotzdem beruhigte sich die Lage in Syrien nicht. Auch am Donnerstag töteten Streitkräfte Zivilisten. In der zentralsyrischen Stadt Rastan kamen der Anwältin Rasan Saituna und der syrischen Human-Rights-Organisation zufolge mindestens elf Menschen ums Leben. Seit Beginn des Aufstandes Mitte März sind nach Informationen von Human Rights mindestens 1113 Zivilisten getötet worden. „Dies sind die Tötungen, die wir dokumentiert haben. Die wahren Zahlen sind definitiv höher“, sagte Human-Rights-Chef Ammar Kurabi.

Nach Angaben von Abdelrahman kommen die meisten freigelassenen Demonstranten aus den Vororten der Hauptstadt Damaskus, den Städten Banias, Homs und Latakia sowie Deraa im Süden und der östlichen Hasaka-Region. Die meisten seien aus den zentralen Gefängnissen in Damaskus in kleinere lokale Haftanstalten verlagert worden. Es werde erwartet, dass sie diese schnell verlassen könnten, sagte Abdelrahman. Assad hatte am Dienstag eine Generalamnestie für alle Mitglieder politischer Bewegungen erlassen. Diese scheint jedoch nicht für die junge Bloggerin Tal al-Moluhi zu gelten. Sie wurde wegen der Weitergabe von Informationen ins Ausland zu fünf Jahren Haft verurteilt.

GEWALT IN SYRIEN HÄLT AN

Trotz des Beginns der Freilassungen hält die Gewalt in dem Land an. Auch am fünften Tag der Belagerung von Rastan wurden Zivilisten getötet. Elf Demonstranten seien von Streitkräften erschossen worden, berichtete Saituna. Seit Sonntag seien mindestens 52 Zivilisten ums Leben gekommen, weitere 200 seien festgenommen worden. Regierungstruppen hatten die 60.000 Einwohner zählende Stadt nördlich von Homs am Sonntag mit Hilfe von Panzern umstellt.

Für einen weltweiten Aufschrei und scharfe Kritik von US-Außenministerin Hillary Clinton hatte zuletzt die Ermordung des 13-jährigen Hamsa Al-Chatib gesorgt, von dessen blutüberströmter Leiche es ein Video gibt. Diese zeigte Spuren von Folterung, was syrische Behörden jedoch nicht!

© Thomson Reuters 2011 Alle Rechte vorbehalten.
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