Demo Warschau: Putin Mörder – Tusk Verräter!

Heute vor einem Jahr verbreiteten Agenturen eine schier unglaubliche Nachricht: „Der polnische Präsident Lech Kaczynski ist tot, er und 95 weitere Menschen starben bei einem Flugzeugabsturz in Russland. Die polnische Delegation war auf dem Wege nach Katyn, wo fast 70 Jahre früher tausende Polen auf Stalins Befehl ermordet wurden“ – hiess es im Wortlaut, aber auch ähnlich. In Polen  brachen Menschen spontan in Tränen aus oder bekreuzigten sich. Vor allen Dingen ältere Menschen waren es, die immer noch heute von einer sowjetisch gepägten Opferdoktrin zehren.

Kaum 24 Stunden nach der ersten Meldungen zu der Katastrophe gingen schon organisierte Gruppen mit Bannern auf die Strasse und man zeigte nicht nur mit dem Finger in Richtung des russischen Machtzentrums in Moskau. Ähnliche Szenarien sahen wir auch an diesem Wochenende in der polnischen Hauptstadt. Massenhaft Demonstranten vor dem Präsidentenpalast, weitere etwa eintausend Menschen vor der russischen Botschaft in der Stadt. Dieses Mal aber dann schon konkreter: „Putin Mörder“ „Tusk und Komorowski Verräter“ oder „Wir wollen die Wahrheit von Smolensk“ las man auf ihren Transparenten, die sie bei Gesang und dem Verlesen von Gedichten hin und her bewegten. Zuvor hatten sie eine Marionette des russischen Premiers verbrannt, polnische Fahne geschwungen und hierbei im Chor „Mörder, Mörder ….“geschrien. Die Polizei griff nicht ein, sperrte aber die umliegenden Straße für den Verkehr.

Die Teilnehmer an den Demos forderten in erster Linie ein Engagement der polnischen Regierung zur Erlangung und Veröffentlichung aller relevanten Beweise der Untersuchungen zu dem angeblichen Flugzeugabsturz vom 10. April. Zu den Veranstaltungen aufgerufen hatte die Gazeta Polska sowie niezalezna.pl, die schon von Anfang an die zahlreichen Ungereimtheiten und Unmöglichkeiten der sog. Smolensk- Tragödie anprangern und sich hierbei, anders als „Polskaweb News“ wo man sich sicher ist, dass es keinen Flugzeugabsturz in Smolensk gab, auf ein Verbrechen an die Katyn- Delegation Lech Kaczynskis eingeschworen hat. „Wir stehen hier vor der Botschaft des verbrecherischen Regimes von Wladimir Putin. Wir schweigen nicht zu dem was vor einem Jahr in Smolensk geschah“ – schrie Aktivist Piotr Lisiewicz von der Gazeta Polska ins Megaphon und die Menge antworte mit „Mörder“ „Scham“ „Diebe“ und „Putin nach Nürnberg“. In der Botschaft selbst bekam allerdings niemand mit was da vor ihrer Tür geschah, denn  das Haus war zu diesem Zeitpunkt leer. Auch deckte sie ein Kordon von Polizisten sowie zusätzlichen Metall Barrieren ab. Sakiewicz, der früher schon einmal vor Gericht stand weil er sich gegenüber Polizisten als Reinkarnation von Wladimir Iljitsch Lenin ausgegeben hatte, störte dies nicht als er weiter und die Masse anheizte: „Der Kopf des russischen Volkes ist ein Monster auf dem Hals der russischen Nation. Er hat das Gesicht eines professionellen Killers, der keine Skrupel hat. Jedem war natürlich klar, dass hiermit nur Putin gemeint sein konnte.

Neben bekannten „Aktivisten“ waren selbstverständlich auch wieder Pfadfinder, die als solche schon Zeugen und Helfer beim Warschauer Aufstand gewesen sein sollen, eine Gruppe der Gewerkschaft „Solidarität“, Besucher aus Tschetschenien und Georgien, sowie auch einige Politiker die natürlich versprachen nach den kommenden Wahlen, sofern es dann in ihre Macht steht, Smolensk aufzuklären und die Schuldigen zu bestrafen. Neben solchen Profis kamen natürlich die wenigen normalen Bürger die dann noch übrigblieben, kaum eine Chance überhaupt zu Wort zu kommen. Eine sinnlose Veranstaltung, die nicht einmal als notwendiges Teil der gesamten Verschwörung Sinn macht, den dazu hätte man sich glaubwürdigere Protagonisten aussuchen sollen. Großartige Arbeit leisteten allerdings, wie schon vor einem Jahr bei den Berichterstattungen zu der falschen Katastrophe in Smolensk, die internationalen Medien sowie die Regisseure von Trauerfeiern. Selbst Lech Kaczynski werden hier beim Zuschauen die Tränen gekommen sein. Alleine Russland war mit über 200 Journalisten, Technikern und Kameraleuten überall dabei: Echo Radio Moskau, ITAR-TASS, RIA-Nowosti und Fernsehsender wie Rossija und NTW. Auf allen polnischen Kanälen wird schon das ganze Wochenende von allen Veranstaltungen live berichtet. In den Fernsehstudios geben sich die wichtigsten Lügenbolde der Nation die Hand. Man sollte meinen es wäre am 10. April 2010 tatsächlich ein polnischer König auf tragische Weise ums Leben gekommen.

Die „Zaren“ Vladimir Putin und Dmitri Medwedew haben höchstwahrscheinlich noch nie irgendjemanden getötet oder hierzu gar einen Auftrag erteilt, sondern „nur“ genauso betrogen wie ihre vermeintlichen Opfer, Kollegen, Experten, Historiker und Medien. Alle Toten erfreuen sich also bester Gesundheit und auch ein Michail Borissowitsch Chodorkowski sitzt nicht mit Aids im Gefängnis. Gefährlich ist nur die schnell zunehmende Masse von verdummenden Menschen, welche solche Verschwörungen nicht begreifen, unterstützen, finanzieren und ihr „Wissen“ als hervorragende Allgemeinbildung verkaufen. Wir grüßen alle falschen Toten.

Polskaweb
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