Terrorpanik: Flughafen und ICE evakuiert – Wer ist hier paranoid?

(therealstories) Grenzt es nicht an Paranoia, bei jedem Gegenstand, der nicht umgehend zugeordnet werden kann, in Panik auszubrechen und ganze Züge und Flughäfen zu evakuieren? Dieser ständige Zustand der Verängstigung ist nicht neu, sondern immer wieder seit dem 11. September 2001 zu sehen. Nicht selten wurden Flughäfen und Bahnhöfe abgesperrt und evakuiert, nur weil ein herrenloses Gepäckstück aufgetaucht ist, dass sich immer als harmlos herausstellte.


Am Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde ein kompletter ICE angehalten und die 230 Insassen evakuiert. Der Flughafen von Mumbai teilweise evakuiert, weil ein verdächtiges Gepäckstück gefunden worden war. Beide Male stellte sich heraus, dass die hervorgerufene Panik in keinster Weise begründet war. Wie nun bekannt wurde, hat es sich bei der „Bombe“ am Windhuker Flughafen um einen Realtestkoffer eines US-amerikanischen Herstellers gehandelt. Ob er vom US-Militär oder einer anderen Organisation stammt, ist noch nicht klar. Es stellt sich die Frage, ob dieses Verhalten nicht stark in Richtung Paranoia geht.

Journalisten neigen dazu, Wissen von Autoritätspersonen ungeprüft zu übernehmen, vor allem wenn es in der heutigen Zeit um Terrorismus geht. Das ermöglicht eine neue Form der Propaganda. Der Leser ist nämlich der Annahme, er erhält geprüfte Informationen von seiner Zeitung oder seinem Nachrichtensprecher, was aber nicht mehr der Fall ist. Kurz: Man könnte den heutigen Journalismus als redaktionelle Werbung von Politik und Entscheidungsträgern bezeichnen.

Jetzt rudern alle zurück und tun so, als ob das nur ein Test war. Wenn aber ein Paket ohne Zielortangabe und Code auf einem Gepäckwagen liegt, wird es automatisch überprüft.
Das war nicht nur ein Test, sondern ein ausgewachsener Betrug, denn von diesem Tatbestand wusste auch der BND, wenn es schon die Journalisten wissen. Das Innenministerium hätte die Zeitungsberichte sofort dementieren müssen!

Da sie es aber nicht taten, ist es absichtliches Verschweigen von Tatsachen – das ist auch Lügen. In diesem Fall ist es ein Beispiel, wie Journalisten böswillig propagandistisch ausgenutzt werden können, wenn sie sich nicht an die Ethik des Journalismus halten. Die Anklage sollte deshalb nicht an die Medien, sondern an de Maizière und das Innenministerium gehen.

Lange Zeit wurde kritischen Journalisten vorgeworfen, paranoid zu sein, überall eine „Verschwörung“ zu sehen. Doch wer leidet hier wirklich unter Verfolgungswahn und verbreitet ihn? Sind es die investigativen Journalisten, die aufwändige und kritischeRecherchen betreiben, im Gegensatz zur Mehrheit der Mainstream-Reporter, die jeden Ansatz einer Story oder Äußerungen von Politikern sofort und unreflektiert groß aufbauschen, ohne deren Wahrheitsgehalt nur annähernd anzuzweifeln? Oder sind es doch eher unsere Politiker, die seit mehr als neun Jahren jedes noch so kleine Ereignis zum Anlass nehmen, eine allgegenwärtige Terrorgefahr zu propagieren und jeden Bürger wie in George Orwells „1984″ auf Schritt und Tritt überwachen wollen?

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