Zeit für ein deutsches ‚wikileaks‘!

Hunderttausende an geheimen Datensätzen, Millionen Informationen über einen dreckigen Krieg. Es ist beeindruckend, was die Macher der Enthüllungsplattform wikileaks ins Netz gestellt haben. Der SPIEGEL hat beispielsweise einige Datensätze ausgewertet. Heraus kommt ein Protokoll des Krieges: Ein Tag in der Hölle. Doch welche Information gewinnt daraus der Leser? Kann man die Grausamkeit des Krieges überhaupt erfassen?!

Die Veröffentlichung der ‚Iraq war logs‘ war ein Coup, zweifellos! Aber war dies auch ein journalistischer Scoop, der die US-Regierung in ernsthafte Schwierigkeiten bringt? Wohl kaum. Immer mehr drängt sich der Eindruck auf: hier führt einer einen Kampf, um sich selber zu beweisen. Und er wird denen, die er attakiert, zunehmend ähnlicher. Um Julian Assange ist es in den letzten Wochen einsamer geworden, bei ihm selbst liegen die Nerven blank. Denn dieser ‚Kraftakt‘ fordert seinen Preis!

Aktuell sind keine anderen Datensätze aus der Vergangenheit mehr über die Webseite von wikileaks zu erreichen. In Deutschland hatte sich die Organisation durch die Veröffentlichung des Feldjäger-Berichtes zum 04.September 2009 und die der Loveparade-Dokumente einen Namen gemacht. Nichts davon ist mehr online. Ist es da tröstlich, dass es andere Seiten gibt, die diese Dokumente ‚gespiegelt‘ und zum Download ins Netz gestellt haben.

Es wird Zeit, ein rein deutsche Seite mit Dokumenten anzubieten. Offen und durchsichtig für die Nutzer. Seriös und sicher für Informanten, die ihre Erkenntnisse und Dokumente zur Verfügung stellen. Das ganze von hoch professionellen Journalisten betrieben, von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert. Geldgeber sollten sich finden lassen. Es gibt schließlich genug Millionäre, die mit dieser Art von Politik längst nicht mehr zufrieden sind.

QUELLE: INTERPOOL
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5 Kommentare

Eingeordnet unter Bundesnachrichtentube

5 Antworten zu “Zeit für ein deutsches ‚wikileaks‘!

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  2. Tobias Claren

    Warum sind die anderen Daten nicht mehr abrufbar?
    Kein Platz auf dem Server? Oder tatsächlich Angst vor Dt. behörden?

    Es sollte auf jeden Fall eine Art Dt. Wikileaks geben.
    Da sollten nicht nur solche „Knaller“ in Form von geheimen Dokumenten veröffnetlicht werden können, sondern z.B. auch heimliche Aufnahmen mit Kamera und/oder Mikrofon.
    Kontakte mit Polizisten, mit Sachbearbeitern der Arbeitsagenturen (da liest man ja von abartigen Typen, kriminellem Handeln, Nötigung usw…) usw..
    Ohne Unkenntlichmachung, wegpiepen usw. Wenn bekannt dem nennen von Klarnamen und Adressen (Arbeit, Heim…).
    Da „leakt“ ja auch eine Information über eine(n) Beamten/Person oder Betrieb (heimliche Aufnahmen bei Abzockern…) raus, die sonst nicht bekannt geworden wäre.
    Auch der Polizist auf einer Demo der gerade den Knüppel oder die Fäuste schwingt (da sollten die Filmer/Fotographen schon beim erstellen versuchen den Typ auch im Portrait zu erwischen).
    Ja, es wäre ein „Pranger“, aber Wikileaks war und ist ja auch ein Pranger. Und ob das Material Dokumente von den Betroffenen oder selbst erstellte Fotos/Audios/Videos sind, ist ja unerheblich.

    Das ganze könnte von einer Datenbank gekrönt sein, wo jeder Nutzer z.B. Polizisten eintragen kann.
    Nicht nur die Schläger einer Demo, sondern jeden Polizisten.
    Mit Foto und allen bekannten Daten.
    Legen sich Nutzer vor den Wachen in ihrer Nähe auf die Lauer (damit ist ja zumindest die Wache/Ort bekannt), sind auch eine Viertel Million Polizisten irgendwann zu schaffen.
    Man kann dann wenn es zu einem Vorfall kommt mit dem Bild (z.B. von einer Demo) in der Datenbank nach dem Polizisten suchen. Und aktiv zur Fahndung ausschreiben.
    Oder aber auch über gute Vorfälle mit dem Polizisten berichten. Ähnlich RateMyCop. Das ist aber nur für die USA zu nutzen, und meine Vorstellung geht, was die Daten angeht wie beschrieben weiter.

    Es muss nur ein sicherer (Safe)Hoster in einem sicheren land sein.
    Die USA sind ja grundsätzlich sicher als Standort.
    Der bekannteste Safehoster ist wohl Mediaon. Der ist aber in der Türkei (aber 100% auf Deutsch gehalten). Andere Namen sind HeiHachi, Katzglobal usw.. oder Goodnet.com.ua aus der Ukraine.
    Letzterer ist auch bedeutend günstiger als die anderen. Ich fand zumindest noch keinen der als „Safehoster“ gilt und günstiger ist. Schon Rottenneighbor hatte zu Begin das Problem dass sie bei einem 08/15-Großhsoter (GoDaddy) hosteten. Der hat dann unter Lügen die Seite von sich abgeschaltet, worauf sie dann zu einem anderen Hoster zogen.

    Dann haben Dt. Juristen, Abmahner, Staatsanwälte und Richter keine Chance etwas dagegen zu amchen.
    Esowatch.com hostet bei Mediaon. Gekränkte „Opfer“ (Scharlatane) haben schon €100.000 für gerichtsverwertbare Hinweise ausgelobt. Das hat noch nicht geklappt.

    Ich hätte ja schon längst so eine seite aufgemacht, aber Programmieren bzw. Coden gehörte leider nicht zu den Standardunterrichtsfächern in der Schule.
    Ich glaube dass dies heute so wichtig bzw. wichtiger ist wie z.B. Englisch als Fremdsprache…
    Man könnte jederzeit selbstständig etwas Online aufbauen. Das Englisch nutzen die meisten nur im Urlaub. Und Abseits von einer ordentlichen Rechtschreibung, Satzbau, ist im Fach Deutsch die Richtung Interpretationen usw. unnötig. Das ist eine pervertierte Bildungsromantik. Genau so wie übertrieben viel Drittes Reich im Fach Geschichte. Was an sich auch fragwürdig ist. Es ist oft eher eine BRD-Version der DDR-„Staatsbürgerkunde“.

    Wenn dass zumindest für den Verfasser nicht das geforderte Niveau mit den hoch professionellen Journalisten ist, könnte so eine Seite auf der Startseite rechts und links zwei Bereiche anbieten.
    Die Seite wo jeder solches Material oder Beamte eintragen/hochladen kann, die andere wo sich die Journalisten auslassen können.
    Vorteil für die Journalisten, sie können auch mal auf der anderen Seite reinschauen und etwas davon aufarbeiten.
    Vorteil für den Nutzer der es einfach reinsetzt, ist die mögliche Würdigung durch die journalistische Bearbeitung. In Folge evtl. Übernahme durch andere Medien wie Radio, Presse und Fernsehen.

  3. Wirklich sehr gutes aufschlussreiches Kommentar!
    Hatte die letzten Wochen wenig Zeit mir diesen „Beitrag“ komplett und aufmerksam durchzulesen. Bei einem bin ich nicht einer Meinung – Datenbank mit Namen und Anschriften von Polizisten für jedermann zugänglich ist nicht akzeptabel. Es besteht jedenfalls Gesprächsbedarf. Könnte man eventuell über Skype in Verbindung treten? Sollte noch nicht in die Öffentlichkeit – Vielleicht ein bisschen Spät. Habe mir den Text kopiert und werde damit Arbeiten. Es gibt noch viel zu tun, also ran! Das gilt an Alle. Schafft Hunderte Wikileaks…

  4. Tobias Claren

    Skype müsste ich installieren, registriert bin ich da wohl noch. Ich
    Aber gerade die öffentlich Wikiartig gepflegte Personendatenbank ist von zentraler Bedeutung.
    Abgesehen von der Möglichkeit auch noch nicht aufgefallene Polizisten (Zöllner, Justizangestellte, Geheimdienstler, Arge-Mitarbeiter…) profilaktisch einzutragen (für möglichen Abgleich wenn wieder ein Vorfall vorliegt), muss es möglich sein z.B. ein Foto oder Standbild von einer Demo hochzuladen, und dazu aufzurufen Informationen zu dieser Person zu nennen.

    „Hunderte Wikileaks“ halte ich zwar auch nicht für nützlich, aber wenn man sich wegen so einem Punkt uneins ist, dann wären es mindestens zwei.
    Außer eine Seite die von der Technik (Scripte usw.) Ahnung hat, will dieses Wissen nicht dafür teilen.

    Ich denke ja an ein System wo jeder jedes Detail eintragen kann.
    Problem ist nur, technisch zu ermöglichen dass nicht einer mit falschen Daten die womöglich richtigen Vorgängerdaten löscht.
    Name, Vorname, weitere Vornamen, Dienststelle-Ort, Dienststelle-Strasse, Dienststelle-Hausnummer, Privatadresse-Adresse-Ort, Privatadresse-Strasse, Privatadresse-Hausnummer, Haarfarbe, Größe, Hautfarbe, usw., und Bilder wie Portrait, Fingerabdrücke, Profil usw..

    Wenn das zu kompliziert im Aufbau ist, bliebe mir nur ein Forum wie phpBB oder ein Wiki.
    Im Forum müsste jeder einen Strang („Thread“) pro Person eröffnen, und weitere Informationen tauschen die Besucher per Kommentar aus.
    Negativ: Die Personendaten sind nicht immer an einer Stelle sofort einsehbar, außer der Strangeröffner trägt die Hinweise per Editierung in den Eröffnungsbeitrag ein. Dann müsste der aber auch entscheiden was nun stimmt. Und er/sie muss für die eingetragene Person immer aktiv bleiben.
    Ein Wiki hat zumindest den Vorteil dass jeder im Wikieintrag Daten ändern kann. Das auch rückgängig zu machen ist.,
    Aber im Gegensatz zu einem Lexikon kann man nicht mal eben schnell prüfen ob die Daten stimmen, oder einfach am besseren Satzbau akzeptieren.

    Und fängt man mit einem solchen System an, erreicht man durch die Popularität (und negativen Medienberichte, die aber trotzdem gute Werbung wären) evtl. im laufe der Zeit Besucher die Ahnung haben und einem bei einem besseren System helfen.
    Ich habe da nur „Angst“ wie man dann die schon gesammelten Daten in das neue bessere System übertragen sollte.
    Ist ja nicht von einem forum in ein anderes, wofür es Datenbank-Konverter gibt, sondernvon einen Forum, Wiki… in ein personalisiertes System.
    Es wäre aber eine Möglichkeit einen Anfang zu finden. Notfalls muss man es von Hand übertragen… Nur mich graust es vor möglichen Datennmassen (vom Erfolg ausgehend).

  5. Tobias Claren

    Will man Adressen zensieren, wenn sie jemand angibt?
    „Eine Zensur findet nicht statt“ würde ich dort sehr ernst nehmen.
    Die Professionalität so einer Seite scheitert nicht daran ob man Privatadressen nennt.
    Ich würde auch die Angabe von Eltern usw. drin lassen. Evtl. weiß einer der Besucher ja davon. Was man damit legal machen kann?
    Der Person z.B. einen Link oder eine CD/DVD mit Material über den Verwandten senden. Da gibt es kein Gesetz das dies verbietet.

    Welches individuelle Aussehen hat den Wikikleaks? Die nutzen einfach das von Wikipedia bekannte Wiki-Script.

    Was ist an der Schweiz sicher? Hackerangriffe sind wohl das kleinste Problem. Die machen auch vor Ländergrenzen nicht halt.
    Wichtig ist, dass das Land des Hosters Dt. Behörden ignoriert. Auch wenn da einer mit einem Urteil wedelt. Auch wenn Frau Merkel persönlich die Abschaltung fordert und Herr Wendt und Co. wie wild um sich beißen.
    Die Schweiz ist wahrschenlich ein größeres Risiko als die USA. Und wahrscheinlich auch teurer.
    Der Anbieter in der Ukraine ist der günstigste (als „Safehoster“ bekannte) den ich bisher fand.
    Ich glaube eine Domain und 2GB Platz um die €50 (oder Dollar) im Jahr. Kleinere Pakete auch günstiger.
    Es wäre natürlich praktisch externe Dienste wie YouTube, Vimeo usw. nutzen zu können, aber die sollten natürlich sicher vor entfernen sein. Evtl. auch die OCH wie Rapidshare usw.. Wäre zumindest kein Urheberrechtsproblem (ist ja eigenes Material). Aber sie sollten auch sicher vor Kicken wegen heimlich gemachter Aufnahmen usw. sein.
    In den USA sind heimliche Aufnahmen nicht in jedem Bundesstaat verboten (in einem Film wurde das Verbot umgangen indem eine Webcamverbindung eines Notebook erst nach der Übertragung in einen anderen Bundesstaat dort aufgezeichnet wurde 😉 ). Wie das in der Ukraine ist weiß ich nicht.

    Basisdaten wie Portraitfoto, Fingerabdrücke usw. müssten wohl auf der Seite lagern.

    P.S.: Grüße an die mitlesenden Schlapphüte 😉 .

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