Paketbombe: Probelauf im September!

(BZ-Berlin.de) Offenbar hatten die Terroristen, die die Paketbomben von Jemen nach England geschickt hatten, die Möglichkeiten eines Anschlags durch die Luftpost gestetet. Der US-Geheimdienst hatte schon Mitte September drei verdächtige Pakete abgefangen: Möglicherweise ein Probelauf des Terrornetzwerks Al-Kaida für die vergangene Woche verhinderten Anschläge mit Paketbomben.

Die US-Behörden hatten im September die Sendungen vor deren Eintreffen am Zielort Chicago beschlagnahmt und untersucht. Unter anderem seien Bücher und Dokumente sicher gestellt worden, die aus heutiger Sicht vermutlich von der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) stammten. Offenbar habe die militante Gruppe damit die Möglichkeiten für einen Anschlag durch Luftfracht testen wollen, sagte die Gewährsperson. Sprengstoff hätten die Pakete nicht enthalten.

Die in der vergangenen Woche beschlagnahmten Paketbomben waren offenbar in Jemen in die Luftpost gegeben worden. Eine wurde unbemerkt in Köln-Bonn umgeladen und erst in England nach einem Hinweis saudiarabischer Behörden angefangen worden. Sie hatten den US-Behörden die Frachtbriefnummern der verdächtigen Pakete übermittelt. Die andere wurde in Dubai sichergestellt.

Flugsicherheit international verschärft

Mittlerweile haben Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Kanada die Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr verschärft. Die Deutsche Flugsicherung wurde vom Bundesverkehrsministerium angewiesen, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen bis auf weiteres nicht mehr in den deutschen Luftraum einzulassen. Vorher war lediglich der Transport von Luftfracht aus dem Jemen untersagt worden.

Die jemenitische Regierung reagierte mit Kritik und Enttäuschung auf das deutsche Einflugverbot für im Jemen gestartete Flugzeuge. Die Entscheidung der deutschen Regierung sei eine „kollektive und unlogische Bestrafung“, erklärte ein Regierungssprecher. Dieser Schritt nutze lediglich den Terroristen von Al-Kaida, „die immer versucht haben, auf diese Weise den Interessen und dem Ruf Jemens zu schaden“, sagte er.

Körting für weltweite Überprüfung der Sicherheit im Luftverkehr

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat in der Debatte um den Paketbombenfund aus dem Jemen eine weltweit koordinierte Überprüfung sämtlicher Sicherheitssysteme im Luftverkehr gefordert. „Die Vorgänge um die explosive Fracht aus dem Jemen sollte nicht nur Anlass sein, die Frage der Luftfracht zu diskutieren, sondern wir müssen alle Maßnahmen, die wir im Luftverkehr in den letzten Jahren ergriffen haben, erneut auf den Prüfstand stellen“, sagte Körting der „Berliner Morgenpost“. „Insbesondere müssen wir prüfen, ob Sicherheitsstandards auf jedem Flughafen der Welt in gleicher Qualität wie in Europa eingehalten werden.“ Gegebenenfalls müssten alle Transitpassagiere und Transitgepäck künftig mehrfach kontrolliert werden. Zusätzlich müsse „ein neuer Standard für den Frachtverkehr entwickelt werden“, forderte der SPD-Politiker.

 

 

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