Terror erreicht Luftfracht!

(airliners.de) In Dubai und Großbritannien sind am Freitag Sprengstoff-Pakete in Luftfrachtsendungen gefunden worden. Entdeckt wurden die Pakete nicht in den Sicherheitskontrollen, sondern durch Geheimdienst-Hinweise. Denn mit der Fracht haben die Terroristen einen nur schwer zu kontrollierenden Bereich in der Luftfahrt gefunden.


Auf dem britischen Flughafen East Midlands sowie am Flughafen von Dubai sind am Freitag zwei Pakete mit Sprengsätzen sichergestellt worden. Von den aus dem Jemen stammenden Päckchen sei eine „glaubwürdige terroristische Bedrohung“ ausgegangen, sagte US-Präsident Barack Obama am Abend in Washington.

In Dubai teilte die Polizei am Samstag mit, das am dortigen Flughafen abgefangene Paket habe einen Sprengsatz enthalten. In dem Paket habe sich ein Computerdrucker befunden, dessen Tintenpatronen den hochexplosiven Sprengstoff PETN und Blei enthielten. Der Sprengsatz sei auf professionelle Weise präpariert und mit einem Stromkreis versehen worden, der mit einer im Drucker versteckten Handykarte verbunden war.

Die britische Innenministerin Theresa May bestätigte am Samstag in London, dass sich auch in dem in Großbritannien gefundenen Paket Sprengstoff befunden habe. Ob es sich jedoch um eine funktionsfähige Bombe handle, werde noch untersucht. Presseberichten zufolge handelt es sich auch hier um einen Drucker mit Sprengstoff-Toner, allerdings mit einer Uhr als Zünder.

Die Pakete waren an jüdische Einrichtungen in Chicago gerichtet. Unklar bleibt, ob es sich bei den Druckerpatronen wirklich um scharfe Bomben gehandelt hat, oder ob die Sendungen nur Testläufe waren, um Sicherheitslücken zu testen. PETN war bereits bei dem vereitelten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug nach Detroit am ersten Weihnachtstag des vergangenen Jahres verwendet worden.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Frachtflüge gelten schon immer als Schwachstelle in der Luftsicherheit, obwohl sich Terroristen in der Vergangenheit vor allem auf Passagierflugzeuge konzentriert haben. Dennoch geht auch von Luftfrachtsprengsätzen eine direkte Gefahr für Passagiere aus. Über die Hälfte der internationalen Luftfracht wird im Laderaum normaler Passagiermaschinen befördert.

Doch die Standards der Passagier-Security können in der Luftfracht nicht ohne weiteres umgesetzt werden. Es gilt generell als unmöglich, beispielsweise größere Sendungen zu durchleuchten. Auch bei Schüttgut oder auch bei Tiertransporten ist eine eingehende Untersuchung kaum möglich.

So wurden die Sprengsätze in den Frachtmaschinen auch nicht durch Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen entdeckt. Vielmehr sollen unbestätigten Berichten zufolge Geheimdienste auf die Pakete hingewiesen haben. Die fraglichen Pakete wurden dann auf Zwischenstopps der Frachtmaschinen gesucht und gefunden.

FedEx und der US-Frachtdienst UPS unterbrachen am Freitag zunächst alle Lieferungen aus dem Jemen. In Großbritannien berät ein Krisenstab der Regierung über Maßnahmen. Mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben die USA dagegen bereits reagiert: Sendungen aus dem Jemen müssen ab sofort lückenlos durchleuchtet werden. Selbst bei normalen Paketsendungen findet dies in der Regel bislang generell nicht statt.

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