Pakistanischer Geheimdienst offenbar an Hotel-Anschlag beteiligt!

(rp-online.de) Der pakistanische Geheimdienst ISI war offenbar an der Planung des Terroranschlags 2008 im indischen Mumbai beteiligt. Mitglieder der in Pakistan ansässigen Untergrundorganisation Lashkar-e-Taiba hatten damals unter anderem das Luxushotel Taj Mahal sowie ein jüdisches Gemeindezentrum angegriffen und insgesamt 166 Menschen getötet.

Der pakistanischstämmige US-Bürger David Headley bekannte sich im März vor einem US-Bundesgericht schuldig, den Angriff vorbereitet zu haben. Während mehrerer Vernehmungen im Juni berichtete er indischen Ermittlern von engen Verbindungen zwischen dem pakistanischen Geheimdienst und der Lashkar-e-Taiba.

Das als vertraulich gekennzeichnete Protokoll der Vernehmung liegt der Nachrichtenagentur AP seit Montag vor. Nach Angaben von Headley erhielten die Terroristen Anweisungen und finanzielle Mittel vom ISI. Indien hat dem pakistanischen Geheimdienst bereits in der Vergangenheit vorgeworfen, mit Terrorgruppen in Verbindung zu stehen. Die USA beschuldigt den ISI, mit den Taliban zusammenzuarbeiten und Angriffe auf die NATO-Truppen in Afghanistan zu koordinieren. Ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter wies die Vorwürfe zurück.

Zahlreiche ehemalige Offiziere der pakistanischen Armee und Veteranen des Kaschmir-Konflikts gehörten der Lashkar-e-Taiba an, sagte Headley dem Protokoll zufolge den indischen Ermittlern. Er selbst sei in einem Trainingscamp der Untergrundorganisation von einem Ausbilder der pakistanischen Armee geschult worden. Zudem seien allen Führungskräften der Lashkar-e-Taiba Kontaktleute beim ISI zugewiesen worden.

Laut Bericht wiederholte Treffen mit Kontaktmann

Headley habe sich während der Vorbereitung des Anschlags in Mumbai wiederholt mit seinem Kontaktmann beim ISI, Major Iqbal, getroffen, heißt es in dem indischen Bericht. Für seine Erkundungsreisen habe er von dem Geheimdienst-Offizier 25.000 Dollar und ein Foto-Handy erhalten. Außerdem sei Headley in den Grundlagen der Spionage-Arbeit ausgebildet worden. Im Gegenzug überließ Headley seinem pakistanischen Kontaktmann Kopien von Fotos und Videos, die er während seiner Reisen von potenziellen Anschlagszielen gemacht hatte. Iqbal habe auch Vorschläge gemacht, wie der Anschlag in Mumbai am besten durchgeführt werden könne, heißt es in dem Bericht weiter.


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