Geheimdienst deckt die Karten auf!

(SP) Ein Historiker hat die Geschichte des britischen Geheimdienstes MI6 erforscht – bis 1949. Er zeigt: James Bond hatte reale Vorbilder.

Zur Zeit des Kalten Krieges kannte jeder Moskauer den Namen des amtierenden KGB-Chefs. In London jedoch wurde geleugnet, dass es das Gegenstück – den britischen Geheimdienst MI6 – überhaupt gab. Nun erscheint die offizielle Geschichte der Organisation, in der „James Bond“ arbeitete, liebte und tötete. Der 800-Seiten starke Wälzer von Keith Jeffrey beginnt im Gründungsjahr 1909 und hört dort auf, wo es spannend wird, 1949. Der Geschichtsprofessor von der Universität Belfast musste einen „faustischen Pakt“ mit dem Geheimdienst schließen um zu vermeiden, das noch lebende Agenten identifizieren könnte.

Besonders interessiert an diesem Buch natürlich die Frage, inwieweit „James Bond“ seinen echten Kollegen entspricht. Und da gibt es verblüffende Parallelen. Wie Sean Connery in „Goldfinger“ entstieg Pieter Tazalaar 1940 der See und streifte den Taucheranzug ab unter dem er einen Smoking trug. So besuchte er das Kasino von Scheveningen, um dort die Nazi-Bonzen auszuspionieren. Das Vorbild für „007“ scheint jedoch Wilfried „Biffy“ Dunderdale gewesen zu sein. Der Agent arbeitete zwischen den Weltkriegen in Paris und hatte laut seiner Personalakte eine Vorliebe für „schöne Frauen, schnelle Autos und Lebenskunst“. Dunderdale „war ein guter Freund von Ian Fleming und behauptete später, dieser habe Teile seines Lebens in seinen Bond-Romanen verwendet.

Bond-Qualitäten bewies auch Kommodore Lionel „Lousy“ Pane, der nicht nur den gleichen Rang wie „007“ hatte, sondern laut Personalakte „immer gut informiert war, womöglich bedingt durch die Tatsache, dass Informationen einfacher im Bett zu bekommen sind“.

Nicht so gut getroffen hatte es Dudley Clarke, der 1941 in Frauenkleidung in Madrid verhaftet wurde. Er konnte jedoch die spanische Polizei überzeugen, dass er ein Transvestit und kein Spion war. Auch „Q“, der technische Tüftler des MI6, entsprach der Realität. In seiner Abteilung wurden Streichholzschachteln und Rasierpinsel zu Kameras umgebaut und selbstvernichtende Tresore gebastelt. Professor Jeffrey widerlegt jedoch, dass die Agenten wie James Bond eine „Lizenz zum Töten“ hatten, wenngleich es jedoch „einige Unfälle gab“.

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