Google und CIA wollen Internetkommunikation in Echtzeit überwachen!

Datensammler Google und der amerikanische Geheimdienst CIA investieren in ein gemeinsames Unternehmen. Aufgabe soll es sein das Internet genaustens zu analysieren. Durch die Berechnungen der Firma sollen sogar Prognosen auf die Zukunft des Internets möglich sein. Kritiker sind wegen dieser unheilvollen Koalition höchst beunruhigt.

Suchmaschinengigant und fleißiger Datensammler Google und die amerikanische Geheimbehörde CIA investierten insgesamt rund 20 Millionen Euro in ihre neue Firma „Recorded Future“ (engl. „aufgezeichnete Zukunft“). Die Pläne der neuen Firma sind ebenso futuristisch wie deren Name. Die beiden Giganten planen mit Recorded Future eine Firma, welche das Internet in Echtzeit auswertet und analysieren kann. Sogar Prognosen über die Zukunft des Word Wide Web sollen die Supercomputer im Inneren der Firma bieten. Basis für die Analysen sollen Tausende Websites, so gut wie alle Web 2.0 – Services wie zum Beispiel Twitter, Youtube, MySpace und Blogs sowie Foren und ähnliche Plattformen sein.

Oberes Ziel sei es die „unsichtbaren Verbindungen“ im Internet sichtbar zu machen. Die würden zwischen „Dokumenten, der Kommunikation über sie und den damit verbundenen Entitäten und Ereignissen“ bestehen. Bestimmte Visualisierungstechniken würden dann dafür sorgen, dass komplexe Zusammenhänge im Web verständlich gemacht werden.

Aber laut der Website des Unternehmens soll das System keinesfalls geschlossen sein und nicht für die Öffentlichkeit verfügbar. In zahlreichen Videos demonstriert man wie man durch die Eingabe von drei Informationen („What?“, „Who?“,„When?“) kinderleicht selbst Analysen anstellen kann. Laut einem Video ergibt beispielsweise die Suche nach „Company Expansion“ , „India“ und „Anytime in the future“ eine Grafik basierend auf zahlreichen Berichten bei denen es um Wirtschaftsexpansion in Indien geht. Ja, man erhält sogar Informationen darüber welches Unternehmen in nächster Zeit vermutlich den größten Wachstum verzeichnen wird.

Analysen anhand des Webs anzufertigen ist zwar nichts Neues, allerdings soll dies nun erstmals in einer enormen Geschwindigkeit erfolgen. Der Firmenchef Christopher Ahlberg berichtet stolz:„Wir können hier wirklich in Echtzeit Dossiers über beliebige Personen anfertigen“ . Damit spielt Ahlberg wohl auf einen Punkt an, der bei vielen datenschutzrechtlich fragwürdigen Projekten im Mittelpunkt steht: die Terrorismusbekämpfung. In einem anderen Video wird demonstriert wie man den Service auch hierfür verwenden kann. Man verweist auf einen Vorfall dieses Jahres bei dem der israelische Präsident der Hisbollah vorwarf im Besitz von Langstreckenraketen zu sein. Anhand von früheren Äußerungen von Hisbollah-Chefs hatte „Recorded Future“ die Anschuldigungen bestätigen können. Datenschützern bietet sich durch die Gründung einer solchen Firma ein gefundenes Fressen. Bedenkt man die Tatsache, dass Google ohnehin schon über Unmengen an Daten von Privatnutzern verfügt und durch seine Streetviewautos in letzter Zeit auch keine guten Schlagzeilen schrieb, sollte man eine Kooperation mit der CIA eher kritisch begutachten.

Tool für Big Brother

Die gemeinsame Investition in die Weborakelfirma erscheint manchen Kritikern insofern brisant, da Google nach den Angriffen aus China vergangenen Winter die Hilfe des Geheimdienstes NSA angefordert hatte. Frank Rieger vomChaos Computer Club glaubt aber weniger an eine gemeinsame Strategie zwischen den US-Geheimdiensten und dem Internetkonzern. Wie er in einem Interview mit dem Deutschlandradio sagte, sei Google grundsätzlich an allem interessiert, was mit Suche und Informationsauswertung zu tun habe. Für viel bedenklicher erscheint es ihm, dass Recorded Future nach eigenen Aussagen ein Tool anbietet, dass mit ziemlich beliebig großen Datenmengen operieren könne und die daraus interessanten Daten automatisch rausdestillieren könne. Und dies bedeute, „dass die Annahme, dass Big Brother an seinen eigenen Daten ersaufen wird, falsch ist“.

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Gulli

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